Trauerphasen

Obwohl Trauer eine der vielleicht individuellsten Empfindungen eines Menschen ist, gibt es zahlreiche Gemeinsamkeiten zwischen Trauernden, die in Modellen erfasst werden.

So gibt es zum Beispiel Trauerphasen. Die Kenntnis dieser kann helfen, die eigene Trauer zu verstehen und andere zu unterstützen. Die Trauerphasen bauen nicht wie dargestellt streng aufeinander auf und ein Fortschreiten ist ebenso vorstellbar wie ein Zurückfallen:

1. Phase des Nicht-wahr-haben-wollen

Die Aufgabe besteht hier darin, den Verlust als Realität zu verstehen. Hilfreich kann es hier sein eine offene Aufbahrung zu machen, Briefe an den Verstorbenen zur Beigabe in den Sarg zu schreiben, an Trauerfeierlichkeiten teilzunehmen.

2. Phase der aufrechnenden Gefühle

Es ist hier entscheidend, dass alle Gefühle zugelassen werden, Zorn genauso wie Liebe, Angst wie auch Hoffnung, Freude wie Traurigkeit. Man muss diese Gefühle selber zu lassen und das Umfeld muss sie akzeptieren.

3. Phase des Suchens-und-sich-trennen

Es geht nun darum, ohne den Verstorbenen leben zu können. Man muss neue Aufgaben wahrnehmen oder sich der Hilfe anderer bedienen. Hilfestellung in rechtlichen oder finanziellen Fragen sind wichtig, ebenso wie Haushaltshilfen, um geregelt nach und nach mehr Aufgaben zu übernehmen und nicht von heute auf morgen von einem Berg an Aufgaben übermannt zu werden.

4. Phase des neuen Selbst- und Weltbezugs

Der Verstorbene nimmt eine neue Rolle im Leben der Hinterbliebenen an. Diese sind dazu in der Lage neue Bindungen aufzubauen.

 

Wie die Phasen ablaufen wird durch viele Faktoren beeinflusst:

  • Todesumstände (langsam durch Krankheit, plötzlich durch Herzinfarkt, Unfall, Suizid, Tötung)
  • die Art der Bindung (Liebesbeziehung, Eltern-Kind, Verwandtschaft, Freundschaft)
  • Frühere Trauererfahrungen (hat man schon einmal eine Trauerarbeit „abgeschlossen“?
  • Eigene Persönlichkeit (wie ist der eigene Charakter?)
  • Körperliche/Gesundheitliche Zustand (ist man anfällig dafür, dass sich z.B. Stress in körperlichen Erscheinungen äußert?)
  • Soziale Merkmale und Reaktionen des Umfelds (erfährt man Hilfe und Verständnis, grenzt man sich selber aus oder wird ausgegrenzt?)
  • Religion und Philosophie (findet man Kraft in seinem Glauben und in seinen Überzeugungen?)
  • Berufliche und persönliche Belastungen (hat man Zeit zu trauern oder ist man so an- und eingespannt, dass man eher verdrängt?)
Einverstanden!

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