Filmempfehlungen

Die folgenden (Spiel-)Filme befassen sich in unterschiedlicher Weise und Intensität mit den Themen Tod, Trauer und Sterben.

Okay

Nete ist eine toughe Frau Mitte dreißig, die glaubt, ihren Alltag und ihr Familienleben fest im Griff zu haben. Sie arbeitet als Sozialarbeiterin und hat eine pubertierende Tochter, ihr Mann Kristian ist ein Schriftsteller, der es aber nicht wagt, seine Manuskripte jemandem zu zeigen.
Die drei leben ihr normales Alltagsleben, bis Nete erfährt, daß ihr Vater schwer erkrakt ist und nur noch drei Wochen zu leben hat. Obwohl sie sich nie gut mit ihrem Vater verstanden hat, holt Nete den verbitterten alten Mann zu sich - eine Entscheidung mit ungeahnten Konsequenzen. Mit Sack und Pack und all seinen Pflanzen zieht der Vater in Netes Haus ein und stellt den Familienalltag völlig auf den Kopf. Die Konflikte in der Familie werden mehr, dem Vater hingegen geht es immer bes
ser. Drei Wochen vergehen. Ein Monat vergeht. Und Netes Vater stirbt einfach nicht...

The door in the floor – Die Tür der Versuchung

An der Küste von Long Island leben der erfolgreiche Kinderbuchautor Ted Cole und seine Frau Marion und ihre kleinen Tochter Ruth. Das augenscheinliche Familienidyll täuscht - denn seit ihre zwei Söhne bei einem Verkehrsunfall ums Leben gekommen sind, versuchen Ted und Marion verzweifelt, mit dem Verlust fertig zu werden. Während sie sich vollkommen ihrer Trauer ergibt, hangelt sich Ted von einem Seitensprung zum nächsten. Dann zieht der 16-jährige Eddie bei ihnen ein, um in den Schulferien für Ted als Praktikant zu arbeiten. Einen Sommer lang wird Marion ihn leidenschaftlich lieben und in alle erotischen Geheimnisse einführen. Doch dann spitzen sich die Ereignisse zu...

Mein Leben ohne mich

Als der Arzt Ann eröffnet, sie habe Gebärmutterkrebs und nur noch einige Monate zu leben, nimmt die Hausfrau, zweifache Mutter und Trailer-Bewohnerin die Nachricht mit unnatürlicher Ruhe entgegen und teilt das tödliche Geheimnis mit niemandem. Sie erstellt stattdessen eine Liste mit Wünschen, die sie sich noch erfüllen will: Sie schreibt Geburtstagsbriefe für den 18. ihrer Kinder, besucht ihren Vater im Gefängnis, sucht nach einer Nachfolgerin für ihren Mann und erfährt zum ersten Mal echte Liebe.

21 Gramm

Man sagt, dass 21 Gramm das Gewicht ist, das wir verlieren, wenn wir sterben. Das Gewicht von fünf Fünf-Cent-Stücken. Das Gewicht eines Kolibris. Das Gewicht eine Stücks Schokolade. Und vielleicht auch das Gewicht der Menschlichen Seele.

21 Gramm zeigt das Leben dreier Personen, deren Schicksale sich durch einen dramatischen Unfall unwiderruflich verbinden. Der todkranke Paul hofft, dass ein Spenderherz sein Leben retten wird; die Ehefrau und Mutter Christina muss einen großen Verlust verkraften; und dem Ex-Strafgefangenen Jack wird erneut der Boden unter den Füßen weggerissen...

In America

In Amerika liegt die Zukunft! Hier wollen Johnny und Sarah einen neuen Anfang wagen. Einen Anfang ohne ihren kleinen Sohn, der zu Hause in Irland unter tragischen Umständen starb. Einen Anfang aber mit ihren Töchtern Ariel und Christy, die ihre neue Heimat New York mit staunenden Augen betrachten und aufnehmen. In der magischen Welt der Kinder sind das schäbige Mietshaus in Manhattan und die exzentrischen Nachbarn ein einziges geheimnisvolles Abenteuer, das entdeckt werden will.

Mr. May

John May ist ein Mensch der besonderen Art. Mit fast obsessiver Akribie und wahrer Engelsgeduld bemüht er sich im Auftrag der Londoner Stadtverwaltung darum, Angehörige einsam verstorbener Menschen ausfindig zu machen. Wenn sich alle Spuren als vergeblich erwiesen haben, kümmert sich Mr. May um eine würdevolle Beisetzung – liebevoll wählt er die geeignete Musik aus und schreibt die Ansprache für die Trauerfeier, deren einziger Gast er selbst ist.

Als Mays Abteilung Einsparmaßnahmen zum Opfer fallen soll, stürzt er sich mit um so größerem Eifer auf seinen letzten Fall: Billy Stoke, dessen verwahrloste Wohnung genau vis-à-vis seinem eigenen Zuhause liegt. Immer tiefer gräbt sich Mr. May ins Leben Billy Stokes – der Beginn einer befreienden Reise, die ihn erstmals dazu bringt, sein eigenes Leben mit allen Aufregungen und Gefahren zu wagen …

Das Beste kommt zum Schluss

Zwischen dem Großunternehmer und Milliardär Edward Cole und dem Mechaniker Carter Chamerbers liegen Welten. Am Scheideweg ihres Lebens teilen sie sich jedoch zufällig das selbe Zimmer im Krankenhaus und entdecken dabei, dass sie zwei Dinge gemeinsam haben. Sie wünschen sich beide, ihre restliche Zeit so zu verbringen, wie sie es schon immer wollten, bevor sie "den Löffel abgeben", und beide wollen endlich herausfinden, wer sie eigentlich sind, um Frieden mit sich selbst schließen zu können. Gemeinsam machen sie sich nun auf den Weg, um ihre Lebensfreude wieder zu entdecken. Dabei entwickelt sich nicht nur eine Freundschaft, sondern sie lernen auch, das Leben in vollen Zügen zu genießen, mit Einsicht und Humor. Und jedes Abenteuer bedeutet einen weiteren Haken auf ihrer To-Do-Liste. Denn das Beste kommt bekanntlich ja zum Schluss...

Dein Weg

Tom Avery ist ein erfolgreicher Augenarzt aus Kalifornien. Sein Leben abseits der Arbeit beschränkt sich auf Golfspielen im Country Club. Erst ein schicksalhafter Anruf verändert alles: Toms erwachsener Sohn Daniel  ist auf dem Jakobsweg ums Leben gekommen. Im Gegensatz zu seinem Vater hielt es Daniel nie lange an einem Ort aus, ein Nomade, immer bereit Neues zu entdecken und das Leben in vollen Zügen zu genießen. Um seinen Sohn nun auf seiner letzten Reise zurück nach Hause zu begleiten, setzt sich Tom in das nächste Flugzeug nach Frankreich, wo der Jakobsweg beginnt. Dort angekommen, steht er vor seiner bisher größten Aufgabe. Wie soll er die Trauer um seinen Sohn verkraften und warum hatte dieser mystische Ort solch eine unerklärliche Anziehungskraft auf seinen Sohn? Tom begibt sich selbst auf die Suche nach Antworten und er ahnt auch, wo er diese finden wird: entlang des Camino. Ein Unterfangen, in das sich der Einzelgänger zunächst alleine stürzt, nur um schon bald von einer kleinen Truppe schillernder Mitpilger begleitet – und genervt – zu werden. Jeder mit einem eigenen Päckchen beladen, kämpfen sich Tom, die Kanadierin Sarah, der mit seinem stetigen Übergewicht belastete Holländer Joost und der Ire Jack fortan durch skurrile, traurige und herzerwärmende Zeiten.

Sieben verdammt lange Tage

Vier erwachsene Geschwister treffen sich im Elternhaus wieder, um ihren Vater zu begraben. Jedes ist im eigenen Leben mehr oder minder gescheitert, und jetzt müssen sie eine ganze Woche unter einem Dach ertragen in Gesellschaft ihrer gluckenhaften Mutter, etlicher Ehe-, Ex- und Wunschpartner. Niemand kann sich hier verstecken im Gegenteil: Es ist Zeit, die Vergangenheit und die problematischen Verwandtschaftsbeziehungen aufzuarbeiten.

In diesem ebenso irrwitzigen wie emotional ergreifenden Chaos kommt endlich wieder zusammen, was zusammengehört: Solche zu Herzen gehenden, komischen und versöhnlichen Situationen können nur im Familienkreis entstehen was letztlich selbst uns Zuschauer an den Rand des Wahnsinns treibt denn in der Wahrhaftigkeit all dieser Schwächen und Stärken erkennen wir auch uns selbst wieder. Shawn Levy inszeniert die dramatische Komödie „Sieben verdammt lange Tage“ nach dem ebenso lustigen wie anrührenden Bestseller von Jonathan Tropper.

Hinter dem Horizont

Chris Nielsen, ein erfolgreicher Arzt, stirbt bei einem tragischen Autounfall. Er erwacht irgendwo hinter dem Horizont, in einem Jenseits, wo all seine Träume und Fantasien zum Leben erwachen. In diesem himmlischen Paradies versucht Chris, seinen Frieden zu finden und die schmerzhafte Trennung von seiner Frau Annie zu überwinden. Auch Annie kann den Verlust ihres Mannes nicht ertragen und nimmt sich völlig verzweifelt das Leben. Im Gegensatz zu Chris findet sich Annie in einer trostlosen Hölle monströser Alptraumfantasien wieder, aus der es kein Zurück gibt. Chris kann und will nicht akzeptieren, daß er Annie niemals wiedersehen darf und beschließt, sie aus der Hölle zu befreien. Zusammen mit einem mysteriösen Spurenleser begibt er sich auf eine Reise hinab ins Reich der Finsternis - eine Reise, die ihn an die Grenzen des Wahnsinns treibt...

Serien

In fast jeder Serie kommt es vor, dass Charaktere sterben, weil der Schauspieler verstorben ist oder aus anderen Gründen nicht mehr weiterdreht. Die folgenden Serien befassen sich im Wesentlichen mit dem Tod oder den Auswirkungen des Sterbens.

Six feet under

Die rabenschwarze TV-Serie um Familie Fisher und ihr nicht ganz alltägliches Familienunternehmen hat in den USA längst Kultstatus erreicht und wird mit Auszeichnungen nur so überhäuft. Konzipiert von Alan Ball, Oscar Preisträger und Autor von American Beauty, erzählt sie von Leben und Tod aus der Sicht des Fishers, die in Kalifornien ein Beerdigungsinstitut betreiben. Nachdem Familienoberhaupt Nathaniel Fisher auf dem Weg zum Flughafen, wo er seinen Sohn Nate abholen wollte, bei einem Verkehrsunfall ums Leben kam, gerät das nach außen hin heile Familienbild kräftig aus dem Lot: Nate, der eigentlich mit dem Familienunternehmen nichts am Hut hat, erbt auf einmal die Hälfte des Instituts. Das ist seinem Bruder David, der bisher das Geschäft mit seinem Vater leitete, überhaupt nicht recht. Schwester Claire frönt derweil ihren Drogen, und Mutter Ruth schockt die Familie mit der Eröffnung, einen Liebhaber zu haben.

Der Tatortreiniger

„Schotty“, staatlich geprüfte Reinigungsfachkraft, angestellt bei der Hamburger Gebäudereinigungsfirma Lausen, fährt immer dann mit seinem weißen Pick-Up vor, wenn die Polizei die Ermittlungsarbeit abgeschlossen hat: Mit Chemikalien und Putzmitteln bewaffnet, beseitigt er die letzten Reste des Lebens. Im Umgang mit Müll, Blut und Leichengeruch bringt Schotty so schnell nichts aus dem Konzept.

Buchtipps zu den Themen Sterben, Tod und Trauer

Wie soll man damit umgehen, wenn ein Mensch stirbt?
Wie unterstützt man seine Lieben und wie verarbeitet man die eigene Trauer?

Es gibt zahlreiche Bücher, die in der Trauerarbeit helfen können: 

  • Romane, die den Leser zum Weinen bringen oder ihn auflachen lassen  - durch reale Geschichten oder die Phantasie eines Bestseller-Autors.
  • Sachbücher, die Modelle, Schemata oder die Psychologie erklären
  • Sammlungen humoristischer Werke wie kuriose Traueranzeigen oder Anekdoten
  • Jugendliteratur und Kinderbücher 

Bücher können dem Leser persönlich helfen, ein besseres Verständnis für andere erzeugen oder zu weilen einfach "nur" unterhalten.
In jedem Fall liefern sie Antworten zu den Fragen zum Tod, dem Sterben und dem, was danach (für die Hinterbliebenen) kommt.
Sie füllen auf unterschiedliche Arten verschiedene Leeren und können so eine Stütze in Zeiten der Hilflosigkeit, der Wut oder des Kummers sein und so in unterschiedlichen Trauerphasen helfen.
Hinzu kommen Bücher, die sich mit den Ängsten und Fragen zum eigenen Tod auseinandersetzen.

Die folgenden Auflistungen sollen Ihnen einen kleinen Einblick in dieses weite Feld gewähren.

Romane

Ein ganzes halbes Jahr
von Jojo Moyes

Cover des Buches: Ein ganzes halbes Jahr

Louisa Clark weiß, dass nicht viele in ihrer Heimatstadt ihren etwas schrägen Modegeschmack teilen. Sie weiß, dass sie gerne in dem kleinen Café arbeitet und dass sie ihren Freund Patrick eigentlich nicht liebt.
Sie weiß nicht, dass sie schon bald ihren Job verlieren wird – und wie tief das Loch ist, in das sie dann fällt.

Will Traynor weiß, dass es nie wieder so sein wird wie vor dem Unfall. Und er weiß, dass er dieses neue Leben nicht führen will.
Er weiß nicht, dass er schon bald Lou begegnen wird.

Das Schicksal ist ein mieser Verräter
von John Green

Cover des Buches: Das Schicksal ist ein mieser Verräter

„Krebsbücher sind doof“, sagt die 16-jährige Hazel, die selbst Krebs hat. Sie will auf gar keinen Fall bemitleidet werden und kann mit Selbsthilfegruppen nichts anfangen. Bis sie in einer Gruppe auf den intelligenten, gut aussehenden und umwerfend schlagfertigen Gus trifft. Der geht offensiv mit seiner Krankheit um. Hazel und Gus diskutieren Bücher, hören Musik, sehen Filme und verlieben sich ineinander - trotz ihrer Handicaps und Unerfahrenheit. Gus macht Hazels großen Traum wahr: Gemeinsam fliegen sie nach Amsterdam, um dort Peter Van Houten zu treffen, den Autor von Hazels absolutem Lieblingsbuch. Ein tiefgründiges, emotionales und zugleich freches Jugendbuch über Krankheit, Liebe und Tod.

P.S. Ich liebe Dich
von Cecelia Ahern

Cover des Buches: PS: Ich liebe dich

Einmal drückt sich Holly den blauen Baumwollpullover ihres Mannes Gerry ins Gesicht und spürt seinen vertrauten Geruch in die Nase steigen. Das ist wie ein Schlag in die Magengrube -- ein Schlag, nach dem sie sich sofort übergeben muss. Denn Gerry ist tot, und nun beginnt die härteste Zeit in Hollys Leben.

Aber Gerry hat sich einen Trick ausgedacht, mit dem er Holly auch nach seinem Tod noch trösten kann. Denn er hat ihr Briefe hinterlassen, in denen Aufgaben stehen, die seine Frau erfüllen soll. Einfache Dinge sind das zumeist: sich endlich eine neue Nachttischlampe kaufen etwa. Oder Karaoke singen. Und am Ende hat es der tote Gerry geschafft, Holly wieder zum Leben zu erwecken.

Autobiographische Werke

Meinen Hass bekommt ihr nicht
von Antoine Leiris

Der bewegende Bericht eines Mannes, der am 13. November 2015 während der Terroranschläge in Paris die Liebe seines Lebens verlor und mit einem einzigen Post die ganze Welt bewegte.

Die Geschichte meines Selbstmords und wie ich das Leben wiederfand
von Viktor Staudt

Viktor Staudt ist jung, treibt viel Sport und stürzt sich regelmäßig in das Nachtleben. Auf den ersten Blick geht es ihm gut, aber sein Leben wird von Angstattacken und Depressionen beherrscht. Niemand kann ihm helfen. Als er keinen Ausweg mehr sieht, beschließt er, sich vor den Zug zu werfen. Viktor Staudt überlebt den Selbstmordversuch – aber verliert seine Beine. Erst nach diesem tragischen Geschehen kann die richtige Diagnose gestellt werden und er erhält die Medikamente, die ihm endlich helfen …

 

Ein bewegendes Buch über Angst, Verzweiflung und Mut.

Humoristische Werke

Wir sind Unfassbar
von Christian Sprang und Matthias Nöllke

»Und am Anfang war er so beliebt!«

»Aus die Maus« hat alle überrascht: Hunderttausende haben über die ungewöhnlichen Todesanzeigen gestaunt, gelacht und den Kopf geschüttelt. Jetzt erscheint der zweite Band – diesmal mit vielen Fundstücken von Lesern.

Christian Sprang und Matthias Nöllke haben eine geheime Leidenschaft öffentlich gemacht: Nach der Veröffentlichung von »Aus die Maus« haben sich Hunderte Leser gemeldet. Fast alle haben Anzeigen mitgeschickt, sowohl Meisterwerke aus lange bestehenden Privatsammlungen als auch frische Fundstücke aus der Tagespresse. Für ihr neues Buch konnten die Autoren deshalb aus einem Fundus von Tausenden ganz besonderer Anzeigen auswählen. Dabei geht es unter anderem um rätselhafte Todesarten (»Elke ist tot. Sie starb ganz plötzlich. Auf ihrem Herd stand noch frische Spargelsuppe.«), verdiente Mitarbeiter (»Schädlingsbekämpfer Horst L.: Er hat gekämpft und doch verloren.«) und kleine Träume (»Sie wollte morgens aufwachen und tot sein. Ihr letzter Wunsch ist in Erfüllung gegangen.«). Wie auch immer Freunde und Feinde, Einsame und Geliebte verabschiedet werden: Wenn wir Todesanzeigen lesen, erfahren wir mehr über das Leben.

Ich mach mich vom Acker
von Christian Sprang und Matthias Nöllke

»Ein Käffchen und ein Kippchen, dann sprang sie ihm aufs Schippchen«

Verändert sich unser Umgang mit dem Tod? Christian Sprang und Matthias Nöllke haben Tausende Todesanzeigen gesichtet, die ihnen Leser aus Deutschland, Österreich und der Schweiz zugeschickt haben. Ihre Auswahl deutet an: Wir nehmen heute anders Abschied voneinander als früher. Es werden nicht mehr nur die Bibel und Goethe zitiert, sondern auch Derrick (»Harry, hol schon mal den Wagen«) und Reich-Ranicki (»Der Tod ist vollkommen sinnlos und vernichtend«). Ihre Lektüre verrät, dass Tod nicht nur Trauer auslösen kann, sondern auch Hass (»Ihr werdet alle zusammen in der Hölle schmoren«), Missgunst (»Wir wünschen ihren Erben mit den 85.000 DM wenig Glück«) oder gute Laune (»Ab heute ist im Himmel Damenwahl«). Und es scheint, dass sich immer mehr Menschen gleich selbst verabschieden (»Ich bin einmal gewesen, jetzt bin ich am Verwesen«).

Der dritte, krönende Band der großen Todesanzeigen-Trilogie zeigt liebevoll und komisch, rührend und ehrlich zugleich, wie wir heute sterben und leben.

Aus die Maus
von Christian Sprang und Matthias Nöllke

Todesanzeigen üben auf viele Menschen eine ungeheure Faszination aus. Ihre Lektüre erlaubt nicht nur den Abgleich mit den eigenen Lebensdaten, sie vermittelt mitunter auch ungewöhnliche und unterhaltsame Einblicke in das Leben der anderen.Als Student hat Christian Sprang, heute Justiziar des Börsenvereins des Deutschen Buchhandels, begonnen, Todesanzeigen zu sammeln. Was als Spaß in einer Wohngemeinschaft begann, entwickelte sich zu einem ungewöhnlichen Hobby. Schnell begannen Freunde und Bekannte, ihm eigene Fundstücke zu schicken. So entstand mit den Jahren eine inzwischen mehr als tausend Anzeigen umfassende Sammlung. Die Auswahl in diesem Buch reicht von Selbstanzeigen (»Ich bin dann mal weg« oder »Ich wünsche euch allen eine schöne Zeit«), nachträglichen Klarstellungen (»Er hatte Vorfahrt« oder »Scheiß Motorrad«), Rätselhaftem (»Ein Gänseblümchen macht für immer Bubu«) über Hassanzeigen (»Jetzt wird gefeiert!« oder »Zum Tod von Dr. Volker P. fällt mir nur ein Wort ein: Danke! Ein Patient«) und letzte Grüße (»He Uli, es war schön mit dir«) bis zu überraschenden Motti (»Ein letztes Zapp-Zerapp« oder »s’is Feierobnd«).Die Geschichten, die sich dahinter verbergen, sind herzzerreißend, skurril und komisch; sie zeichnen ein ungewöhnliches Bild vom Leben und Sterben in unserem Land, das beim Leser zu tröstender Erkenntnis und befreiendem Lachen führt. Schließlich gilt, wie in einer Anzeige lakonisch resümiert wird: »Wer nicht stirbt, hat nie gelebt«.

Interview mit dem Tod
von Jürgen Domian

Jürgen Domian ist Moderator der Telefon-Talkshow „Domian".
In seiner Sendung hat er mit rund zwanzigtausend Interviewpartnern gesprochen - vom Mörder bis zum Lottomillionär, vom Show-Star bis zum Obdachlosen, vom Priester bis zum Satanisten. Einer fehlt in der langen Reihe seiner Talk-Gäste, denn er ist scheu und meidet die Öffentlichkeit. Er zählt zu den Top-Prominenten dieser Welt, hat tausend Gesichter, aber nur eine Aufgabe. Er ist alt und doch für immer jung, er ist äußerst fleißig und schläft nie. Einige nennen ihn „Gevatter“ oder „Schnitter“, für andere ist er schlicht: der Tod.