Die Wahl der Bestattungsart

Grundsätzlich unterscheidet man zwischen zwei Bestattungsarten: Erdbestattung und Feuerbestattung.

Hieraus ergeben sich verscheidene abgeleitete Formen und Grabarten z.B. die anonyme Beisetzung mit Sarg oder Urne, die Urnenseebestattung, die Ausstreuung, die Baumbestattung oder eine naturnahe Bestattung etc.

Bei der Wahl der Bestattungsart spielen persönliche Überzeugung, Religion und Lebenseinstellung eine entscheidende Rolle.

Die Erdbestattung

Die Erdbestattung in einem (Holz-)Sarg, war Jahrhunderte lang historisch bedingt die am weitesten verbreitete Bestattungsform in Westeuropa.
Der Sarg wird nach einer Trauerfeier oder Messe üblicherweise auf einem Friedhof in einem Grab beigesetzt.
 

Die Feuerbestattung

Hier findet eine Einäscherung eines Verstorbenen in einem Holzsarg statt. Später wird die Asche des Verstorbenen beigesetzt. Eine Willenserklärung zur Einäscherung ist in jedem Falle notwendig. Entweder hat man selber eine Anordnung niedergeschrieben oder aber die Angehörigen wie zum Beispiel Ehegatte, Lebenspartner oder Kinder geben eine entsprechende Erklärung ab. Die Beisetzung der Urne kann in verschiedenen Grabformen erfolgen - auch als Urnenseebestattung oder als Alternative Bestattungsart.

Der Friedhof
ein klassische Beisetzungsort - ein eingefriedeter Bereich

Dem Wort nach handelt es sich hier nicht um einen Ort des Friedens, sondern lediglich um ein begrenzentes, ummauertes oder eingezäuntes Areal.

Bis zur Zeit Napoleons war der Friedhof oft im Ortskern zu finden, direkt als Kirchhof um das Gotteshaus - gerade im Katholizismus. Es galt den Reliquien in der Kirche möglichst nahe zu sein. Ein beginnendes Verständnis von Hygiene führte jedoch dazu, dass die Friedhöfe aus dem Mittelpunkt verschwanden und oft erst durch das Städtewachstum wieder in den Gemeindegrenzen lagen.

Seit jeher schien es im Abendland undenkbar außerhalb eines Friedhofes bestattet zu werden, dies war eine Strafe für Suizidanten, Ehebrecher, Verbrecher und unehrenhafte Berufsstände.
So entwickelten sich die Friedhöfe unabhänging von ihrer Lage zu Kultstätten und es wurden verschiedene Grabarten und Grabformen entwickelt.

Grabformen

Grundsätzlich gibt es zwei Grabformen: Wahl- oder Reihengrab, beide gibt es sowohl für Urnen wie auch für Särge. Wenn ein Wahlgrab für eine Beisetzung im Sarg erworben wird, können hier für gewöhnlich Urnen nachbestattet werden.

Wahlgrab (auch Familiengrab):

Ein Wahlgrab wird vom Vorsorgenden oder den Angehörigen frei ausgewählt. Die Lage ist frei bestimmbar und eine Nutzungsdauer kann jederzeit verlängert werden. Auch wenn man von einem „Grabkauf“ spricht, es handelt sich viel eher um eine Miete oder Pacht.

Falls bereits ein Grab vorhanden ist, muss die Nutzbarkeit überprüft werden.
Je Grabstelle können in Haan ein Sarg und bis zu zwei Urnen beigesetzt werden.

Mehrere Grabstellen nebeneinander ergeben eine Grabanlage, in der unter Umständen eine ganze Familie in mehreren Generationen beigesetzt wird.

 

Reihengrab (auch Einzelgrab):

Ein Reihengrab wird vom Friedhof zugeteilt - eine individuelle Auswahl ist daher nicht möglich. In einem Reihengrab darf jeweils nur ein Verstorbener beigesetzt werden. Es ist im Normalfall preisgünstiger als ein Wahlgrab. Nach Ablauf der Ruhefrist wird das ganze Feld wieder eingeebnet.

Grabarten

Pflegegräber

Unabhängig ob für eine Urnen- oder Sargbeisetzung gibt es Gräber, die im Rahmen der jeweiligen Friedhofssatzung frei zu gestalten sind. Es werden Einfassungen und Grabstein von einem Steinmetz gesetzt. Die Bepflanzung kann durch die Familie oder einen beauftragten Gärtner erfolgen. Die Pflege ist während der gesamten Nutzungsdauer erforderlich. Ungepflegte Gräber werden von der Verwaltung angemahnt und nötigenfalls eingeebnet.

 

Gepflegte Gräber

Hier handelt es sich um eine gesamte Anlage. Die Gestaltung ist vorgegeben, der Stein und die Bepflanzung stehen fest und werden durch ein von der Friedhofsverwaltung beauftragtes Unternehmen gewährleistet. Über einen Grabpflegevertrag wird die Pflege finanziell gesichert.
Gepflegte Gräber sind daher zwar recht teuer, jedoch zu jeder Jahreszeit angemessen gepflegt und mit keinerlei Aufwand für die Angehörigen verbunden. Die Gesamtanlage gibt ein harmonisches Gesamtbild und dennoch ist jedes Grab individuell.

 

Rasengrab mit Namensplatte

Bei einem Rasenreihengrab wird jede Grabstelle mit einer Namensplatte versehen, die im Rasen liegt. Das Grab hat jedoch keine Einfassung. In der Regel ist auf diesen Grabfeldern ein zentrales Denkmal zur Ablage von Blumen vorhanden. Die Grabpflege erfolgt durch den Friedhofsträger während der gesamten Ruhezeit. Der Preis liegt jedoch höher als bei einem zu pflegenden Grab, da Kosten für die Grabpflege und die Namensplatte enthalten sind. (In Haan auf jedem Friedhof vorhanden, aber unterschiedlich geregelt.)

 

(Teil-) Anonyme Bestattung

Diese findet in einem nicht gekennzeichneten Gräberfeld statt, welches mit Rasen eingesät wird. Die Ruhedauer einer Grabstelle richtet sich nach regionalen Bestimmungen.

Bei der anonymen Bestattung ist man als Angehöriger bei der Beisetzung nicht anwesend und erfährt nie die genaue Grabstelle. Es gibt eine Zwischenformen – teilanonyme Bestattungen – bei denen eine Anwesenheit oder eine Namensgebung an einer zentralen Stelle z.B. einer Stele mit Schildern oder Gravur möglich ist.

 

Gruften und Mausoleen

Gemauerte Gräber gibt es nur noch sehr selten, in Haan gar nicht. In ober- oder unterirdischen Gemäuern werden die Särge (oder Urnen) in einzelne Nischen gesetzt. Nicht selten sind die oberirdischen Grabstätten begehbar; in kleinen Kapellen oder vor den Verschlussplatten der einzelnen Gräber gibt es oft Sitzgelegenheiten. Unterirdische Gruften werden meist nur für die Beisetzung geöffnet.

 

Kolumbarium

In einem Kolumbarium (lat. Taubenschlag) werden die Urnen in einer Kammer beigesetzt. Diese wird dann mit einer Steinplatte verschlossen. Je nach Friedhof ist eine Nische im Kolumbarium groß genug für zwei bis vier Urnen.
Seit Januar 2009 gibt ein Kolumbarium in Haan auf dem ev. Friedhof an der Nordstraße, im Frühjahr 2017 wurden die Stelen auf dem Friedhof an der Alleestraße errichtet. In einer Kammer dürfen hier zwei Urnen beigesetzt werden, die Verschlussplatte wird mit einem Symbol und dem Namen sowie auf Wunsch den Geburts- und Sterbedaten graviert.
Kolumbarien gibt es andernorts auch in geschlossenen Räumen, sodass man vor Wind und Wetter geschützt ist – z.B. in Grabeskirchen.

 

Ausstreuung der Asche

Eine Verstreuung ist in Haan nur auf dem städt. Friedhof möglich in einem hierfür angelegten Ausstreufeld.

Die Willenserklärung für die Ausstreuung muss zu Lebzeiten (vom Verstorbenen) handgeschrieben sein. Die Ausstreuung erfolgt ohne Beteiligung der Angehörigen.

 

Bestattungswälder oder Baumbestattungen

Die Asche von Verstorbenen wird in einem Bestattungswald (z.B. Ruheforst, Trostwald oder FriedWald®) oder auf einem Friedhof direkt an den Baumwurzeln beigesetzt. Die Ruhezeit liegt zwischen 15 bis 99 Jahre. Die Pflege der Grabstätte übernimmt die Natur. Für einen Bestattungswald kommen nur Bereiche mit einer relativ niedrigen Nutzungsintensität in Frage. Dennoch sind in einem Bestattungswald auch Spaziergänger, Jogger, Radfahrer unterwegs.
Baumbestattungen auf einem Friedhof sind auch in Haan auf dem Waldfriedhof möglich.

Begleitete Seebestattungen

Bei einer Seebestattung mit Begleitung steht den Angehörigen des Verstorbenen das gesamte Schiff für die Zeit der Beisetzungsfahrt alleine zur Verfügung.

Die Urne wird bereits vor Eintreffen der Familie und Freunde an Bord gebracht, eventuell mit Blumenschmuck versehen und im Salon des Schiffes aufgebahrt. Auf Wunsch können hier auch persönliche Bilder und andere Gegenstände um die Urne herum aufgestellt werden. Die Flagge wird auf Halbmast gesetzt.

Die Angehörigen werden vom Kapitän an Bord begrüßt und erhalten einen genauen Überblick über den Ablauf der Fahrt.
Getränke sind an Bord vorhanden, Speisen können vorab bestellt werden.
Dann legt das Schiff ab und nimmt Kurs auf die Beisetzungsposition.
Die mitfahrenden Personen können sich frei an Bord bewegen.

An der Beisetzungsposition angekommen stoppt das Schiff, die Schiffsglocke erklingt und der Kapitän trägt die Urne zum Heck des Schiffes, wo sie an der Reling aufgestellt wird. Die Angehörigen und Freunde versammeln sich am Achterdeck und der Kapitän hält eine Rede nach Seemannsbrauch.

Danach wird der Verstorbene verabschiedet und die Urne wird ins Wasser gelassen.

Der Kapitän lässt die Schiffsmotoren an und dreht eine Runde (oder wenn gewünscht mehrere) um das Bestattungsfeld. In dieser Zeit können die Trauergäste dem Meer einzelne Blumen, Blütenblätter oder auch Steine mit einem letzten Gruß übergeben. Es dürfen nur natürliche Materialien verwendet werden. Blumengestecke mit Metalldrähten, Stofftiere oder Kunststoffe sind aus Umweltschutzgründen nicht zugelassen. Beim letzten passieren der Position wird die Flagge gedippt und dann auf Vollmast gezogen. Die Schiffshupe ertönt dreimal lang – dies ist das Signal „Gute Reise“.

Danach dreht das Schiff ab und nimmt wieder Kurs auf den Hafen.

Stille Seebestattungen

Eine stille Seebestattung findet grundsätzlich ohne Begleitung und ohne festen Termin statt.
Der Kapitän übergibt die Urne dem Meer. In der Regel werden mehrere Seeurnen pro Fahrt beigesetzt.
Die Beisetzung auf hoher See oder in weit entfernten Gebieten ist oft als stille Seebestattung leichter zu realisieren.

Nach der Beisetzung

Der oben genannte Ablauf kann je nach Wünschen oder je nach Reederei natürlich etwas variieren. Was jedoch in jedem Fall erfolgt ist eine Meldung der Koordinaten der Beisetzung an das Bundesamt für Seeschifffahrt und Hydrographie.

Der Kapitän macht einen Vermerk im Logbuch. Die Angehörigen erhalten für gewöhnlich einen Auszug aus dem Logbuch und eine Seekarte.

Die DSBG präsentiert den Ablauf einer Seebestattung

Alternative Bestattungsarten

Als alternative Bestattungsarten versteht allgemein hin alle Formen der Bestattung, die nicht auf einem Friedhof stattfinden. Die Bestattungen sind oft sehr naturverbunden und/oder sehr persönlich.

Nicht alle Bestattungsformen sind in Deutschland direkt möglich, können in anderen Ländern (z.B. Niederlande, Schweiz, Frankreich) jedoch durchgeführt werden.
Im Weiteren finden Sie einige Möglichkeiten wie scheinbar "problematische" Wünsche umgesetzt werden können.

Kontaktieren Sie uns und wir verraten Ihnen in einem persönlichen Gespräch gerne mehr.