Kondolieren mit Herz und Haltung

Kondolieren richtig gemacht

Wie verhalte ich mich richtig im Trauerfall?

Der Tod eines geliebten Menschen stellt uns vor ungewohnte Fragen. Wie reagiere ich auf die Nachricht? Wie kondoliere ich richtig? Wie verhalte ich mich bei der Beisetzung? Wir geben Ihnen einen ehrlichen Leitfaden für eine der schwierigsten sozialen Situationen des Lebens.
Kondolieren mit Herz und Haltung

Was tun, wenn jemand stirbt?

Auf die Nachricht reagieren

Ein Verwandter, Freund oder Bekannter ist verstorben. Vielleicht haben Sie es in der Zeitung gelesen, von anderen gehört oder einen Trauerbrief erhalten. Was nun? Nehmen Sie sich Zeit, ordnen Sie Ihre Gedanken und Gefühle und lassen Sie Ihrer Trauer Raum. In jedem Fall sollten Sie auf die schlechte Nachricht reagieren und Ihre Betroffenheit ausdrücken.

 

Der Verlust eines geliebten Menschen ist für die Angehörigen ein harter Schlag, und so schwer es fallen mag: Sie helfen den Trauernden, indem Sie an ihrem Schmerz teilhaben. Nicht auf eine Todesnachricht zu reagieren hinterlässt einen Eindruck von Gefühllosigkeit und hilft den Hinterbliebenen nicht.

 

Ihre Reaktion muss nicht perfekt sein. Sie muss nur aufrichtig sein.

Kondolieren ohne Patentrezept

Eine korrekte Antwort auf die Frage, wie man kondoliert, gibt es nicht. Jede Situation ist einzigartig und jede Beziehung ist anders. Waren Sie ein enger Freund oder Verwandter des Verstorbenen, werden Sie den Angehörigen einen persönlichen Besuch abstatten wollen.

 

Waren Sie ein Arbeitskollege und kennen die Hinterbliebenen kaum, beschränken Sie sich vielleicht auf den Besuch der Beerdigung. Ihre Reaktion hängt von Ihrer Beziehung zum Verstorbenen, zu den Hinterbliebenen und nicht zuletzt von Ihrer Persönlichkeit ab. Verbindliche Regeln gibt es nicht, wohl aber hilfreiche Orientierungspunkte, die Ihnen die Situation erleichtern können und Ihnen helfen, das Richtige zu tun.

Hilfreiche Orientierung

Drei Grundsätze beim Kondolieren

Aufrichtigkeit statt Floskeln

Vermeiden Sie leere Worthülsen wie "das wird schon wieder". Wenn Ihnen nichts Passendes einfällt, schweigen Sie. Ein Blick, ein Händedruck oder eine Umarmung sagen oft mehr als Worte.

Persönlich statt vorgedruckt

Schreiben Sie Kondolenzschreiben von Hand auf schlichtem weißem Papier. Gehen Sie individuell auf den Trauerfall ein und verzichten Sie auf vorgedruckte Karten oder Musterkondolenzen.

Zurückhaltung zeigen

Versuchen Sie nicht, das Ereignis zu relativieren oder zu beschwichtigen. Helfen Sie in der Trauer durch persönlichen Zuspruch und lassen Sie den Schmerz der Hinterbliebenen gelten.

Richtig kondolieren

Der Kondolenzbrief

Verfassen Sie Ihren Kondolenzbrief direkt nachdem Sie vom Todesfall erfahren haben. Schreiben Sie von Hand auf schlichtem weißem Papier mit einem schlichten Umschlag. Überlegen Sie, was und wie Sie etwas sagen möchten, und berücksichtigen Sie dabei die besondere Lage der Hinterbliebenen.

 

Gehen Sie individuell auf den Trauerfall ein und sprechen Sie keine privaten Ereignisse an, die nicht im Zusammenhang mit dem Verstorbenen stehen.

Teilnahme an Trauergottesdienst und Beisetzung

Wenn Sie die Möglichkeit haben, erscheinen Sie zur Beisetzung. Es gibt keine bessere Möglichkeit, sein Mitgefühl auszudrücken und dem Verstorbenen Respekt zu zollen. Schaffen Sie sich ein Zeitpolster und versuchen Sie, zehn bis fünfzehn Minuten früher da zu sein. Schalten Sie Ihr Handy frühzeitig aus oder lassen Sie es zu Hause.

 

Während des Trauergottesdienstes, auf dem Weg zum Grab und bei der Beisetzung selbst sollten Sie schweigen. Zum Austausch mit anderen Trauergästen ist im Anschluss genug Zeit. Tragen Sie dunkle Kleidung, im Idealfall einen dunklen Anzug mit weißem Hemd und schwarzer Krawatte. Kopfbedeckungen sind für Männer tabu, Frauen können einen dezenten Hut tragen.

 

Kinder müssen nicht in Schwarz gekleidet sein, gedeckte Farben sind jedoch wünschenswert. Sollte ausdrücklich gebeten werden, keine Trauerkleidung zu tragen, kleiden Sie sich gerne in fröhlicheren Farben.

Verhalten bei der Nachfeier

Zur Nachfeier im Anschluss an die Beisetzung wird explizit eingeladen. Ohne eine solche Einladung sollten Sie nicht erscheinen. Ein solches Zusammensein soll den Übergang von der Trauer zur Normalität schaffen, vom Tod zum Leben. Hier haben Sie Gelegenheit, Ihre guten Erinnerungen an den Verstorbenen mit anderen Gästen zu teilen, gemeinsam zu weinen und zu lachen.

 

Üben Sie sich während der Beisetzung selbst in Zurückhaltung und sehen Sie von ausgiebigen Beileidsbekundungen, tröstenden Worten oder Umarmungen am Grab ab. Die Verletzlichkeit und der Schmerz der Hinterbliebenen sind in diesem Moment besonders groß.

Häufige Fragen rund ums Kondolieren

Wir beantworten Ihre Fragen

Ja, in jedem Fall. Nicht auf eine Todesnachricht zu reagieren ist eigentlich undenkbar. Selbst wenn Sie es mit Ihrem Gewissen vereinbaren könnten, würde es den Hinterbliebenen nicht helfen und einen Eindruck von Gefühllosigkeit hinterlassen. Der Verlust eines geliebten Menschen ist für die Angehörigen ein harter Schlag.

 

Sie helfen den Trauernden, indem Sie an ihrem Schmerz teilhaben, auch wenn Ihnen das schwerfällt. Wie Sie reagieren, hängt von Ihrer Beziehung zum Verstorbenen und zu den Hinterbliebenen ab. Ein kurzer Brief, ein Anruf oder ein persönlicher Besuch sind alle gleich wertvoll, solange sie aufrichtig sind.

Eine universell korrekte Art zu kondolieren gibt es nicht. Jede Situation und jede Beziehung ist anders. Wichtig ist, dass Sie aufrichtig sind und auf die besondere Lage der Hinterbliebenen Rücksicht nehmen. Vermeiden Sie Floskeln und leere Worthülsen. Wenn Ihnen nichts Passendes einfällt, schweigen Sie lieber.

 

Ein Händedruck, ein Blick oder eine Umarmung sagen oft mehr als Worte. Schreiben Sie einen persönlichen Kondolenzbrief von Hand, gehen Sie individuell auf den Trauerfall ein und verzichten Sie auf vorgedruckte Karten oder Musterkondolenzen.

Ein guter Kondolenzbrief ist vor allem eines: aufrichtig und persönlich. Schreiben Sie von Hand auf schlichtem weißem Papier. Verfassen Sie den Brief direkt nachdem Sie vom Todesfall erfahren haben. Überlegen Sie, was Ihnen der Verstorbene bedeutet hat und was Sie den Hinterbliebenen sagen möchten.

 

Sprechen Sie keine privaten Ereignisse an, die nicht im Zusammenhang mit dem Verstorbenen stehen. Versuchen Sie nicht, das Ereignis zu relativieren oder zu beschwichtigen. Helfen Sie durch persönlichen Zuspruch und lassen Sie den Schmerz der Hinterbliebenen gelten. Vorgedruckte Karten oder Musterkondolenzen sollten Sie nicht verwenden.

Tragen Sie dunkle Kleidung. Im Idealfall ist das für Männer ein dunkler Anzug mit weißem Hemd und schwarzer Krawatte. Kopfbedeckungen sind für Männer tabu. Frauen können einen dezenten Hut tragen. Kinder müssen nicht in Schwarz gekleidet sein, gedeckte Farben sind jedoch wünschenswert.

 

Sollte von den Hinterbliebenen ausdrücklich gebeten werden, keine Trauerkleidung zu tragen, kleiden Sie sich gerne in fröhlicheren, auch intensiveren Farben. In diesem Fall ist das ein bewusster Wunsch der Familie und kein Fauxpas.

Erscheinen Sie zehn bis fünfzehn Minuten vor dem offiziellen Beginn. So haben Sie genug Zeit, einen Platz zu finden, zur Ruhe zu kommen und die Situation zu erfassen, ohne in Eile zu sein. Zu spät zu kommen ist bei einer Beisetzung besonders unangemessen und sollte unbedingt vermieden werden.

 

Schalten Sie Ihr Handy vor dem Eintreten aus oder lassen Sie es idealerweise zu Hause. Während der Trauerfeier, auf dem Weg zum Grab und bei der Beisetzung selbst sollten Sie schweigen. Zum Austausch mit anderen Trauergästen ist nach der Beisetzung genug Zeit.

Üben Sie sich während der Beisetzung in Zurückhaltung. Die Verletzlichkeit und der Schmerz der Hinterbliebenen sind in diesem Moment besonders groß. Sehen Sie von ausgiebigen Beileidsbekundungen, tröstenden Worten oder Umarmungen am Grab ab. Schweigen Sie während des Trauergottesdienstes, auf dem Weg zum Grab und bei der Beisetzung selbst.

 

Bedenken Sie: Die Beisetzung ist der letzte gemeinsame Moment der Hinterbliebenen mit dem Verstorbenen. Respektieren Sie das und geben Sie ihnen den Raum, den sie in diesem Moment brauchen.

Darf ich zur Nachfeier gehen ohne eingeladen zu sein?

Verbindliche Regeln dazu gibt es nicht, wohl aber eine hilfreiche Orientierung: Während der Trauerfeier und der Beisetzung selbst ist Stille angemessen. Im Anschluss beim Beisammensein ist Raum für Erinnerungen, Gespräche und auch für Lachen. Der Tod eines Menschen bedeutet nicht, dass man nicht auch lachen darf.

 

Gute Erinnerungen, lustige Geschichten und gemeinsames Lachen sind ein wichtiger Teil der Trauerarbeit und gehören zu einem würdevollen Abschied dazu. Lesen Sie die Stimmung im Raum und folgen Sie dem Ton, den die Hinterbliebenen vorgeben.